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Tipps · 6 Lesezeit: min

Von Ramiro Del Rio

Wie du an einem einzigen Tag gute Fotos in San Blas machst

San Blas gehört zu den Orten, an denen das Foto fast von allein entsteht. Fast. Das Türkis, das dein Auge sieht, wirkt auf dem Display flau, wenn du zur falschen Stunde auslöst — und die Ausrüstung stirbt, wenn du sie nicht schützt. Hier, was wir beim täglichen Begleiten von Gruppen gelernt haben.

Das Licht bestimmt, und du hast zwei Fenster am Tag

Der Tourtag folgt einem festen Zeitplan, also auch das Licht:

  • 9 bis 11 Uhr: das beste Fenster des Tages. Die Sonne steht hoch, aber nicht senkrecht, das Wasser gibt sein Türkis zurück, und es gibt noch keine weiße Spiegelung an der Oberfläche.
  • 11:30 bis 14 Uhr: senkrechte Sonne. Die schlechteste Zeit für Porträts — harte Schatten unter den Augen — und die beste für Wasser von oben.
  • 14 bis 15:30 Uhr: das zweite Fenster. Das Licht neigt sich wieder und die Farbe kommt zurück.

Wenn du nur zehn gute Fotos machst, mach sie zwischen neun und elf.

Wo welches Foto gelingt

Das Türkis vom Boot aus. Direkt nach dem Ablegen, in den ersten Minuten, quert man eine flache Zone, wo die Farbe intensiver ist als sonst irgendwo. Halte das Handy bereit, bevor du einsteigst — zum Suchen bleibt keine Zeit.

Der Natürliche Pool. Das Foto, das alle wollen: hüfttiefes Wasser mitten im Meer, kein Land in Sicht. Gelingt am besten bei hoher Sonne, wenn der Sandboden reflektiert. Wenn du eine polarisierte Sonnenbrille hast, halte sie vor die Handylinse: Sie nimmt die Spiegelung weg und der Grund erscheint.

Die schiefe Palme. Fast jede Insel hat eine. Am besten im weichen Gegenlicht, Sonne hinten und seitlich, nicht frontal.

Das Mittagessen. Fisch mit Kokos und Patacón auf dem Inseltisch ist das meistgeteilte Foto — und das, an das am wenigsten Menschen denken.

Wie du nicht am Vormittag ohne Kamera dastehst

Korallensand und Salzwasser erledigen mehr Handys, als man glaubt. Drei Maßnahmen, die funktionieren:

  1. Eine wasserdichte Hülle, keine Plastiktüte. Zip-Hüllen kosten wenig und man kann durch die Folie fotografieren.
  2. Wechsle kein Objektiv und öffne nichts auf der Insel. Der Wind trägt feinen Sand, der überall hineinkommt.
  3. Mit Süßwasser abspülen nach der Rückkehr. Wenn die Ausrüstung Salzwasser abbekommen hat, spüle sie noch am selben Abend. Salz kristallisiert beim Trocknen, danach hilft nichts mehr.

Ein praktischer Hinweis: Auf den Inseln gibt es keine Steckdosen. Fahr mit vollem Akku los und nimm eine Powerbank mit, wenn du filmen willst.

Die Regel, auf die es wirklich ankommt: Menschen fotografieren

Guna Yala ist das Gebiet eines Volkes mit eigenen Regeln, und Fotografie ist eine davon. Frage immer, bevor du eine Guna-Person fotografierst, besonders Frauen mit Mola und Kinder.

In manchen Gemeinden ist es üblich, für ein Porträt einen Dollar zu geben. Das ist keine Abzocke: So wurde vor Ort geregelt, was früher ohne Erlaubnis geschah. Wenn Nein gesagt wird, heißt es Nein.

Landschaften und Strände darf man frei fotografieren. Der Unterschied sind die Menschen.

Fehler, die wir jede Woche sehen

  • Mittags gegen die Sonne fotografieren: Das Wasser wird weiß und farblos.
  • Den Horizont in die Mitte setzen: Auf einer flachen Insel senke ihn und lass Himmel. Oder heb ihn und lass Wasser. Nie in die Mitte.
  • Pausenlos filmen: Um elf ist der Akku leer und es existiert kein einziges Foto vom Natürlichen Pool.
  • Das Handy im Sand ablegen: klingt offensichtlich und passiert täglich.

Der Rat, den wir immer geben

Mach deine Fotos in der ersten Stunde auf jeder Insel und steck das Handy dann weg. Die Gäste, die den Tag am besten in Erinnerung behalten, sind nicht die mit zweihundert Bildern: Es sind die, die ins Wasser gingen und mit zwanzig zurückkamen.

Das Meer ist noch da, wenn du die Kamera sinken lässt.

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